Mittwoch, 6. März 2013

Storyline

German post!

(Diese Geschichte habe ich am 18.2.2013 anlässlich einer Kunstklausur geschrieben. Das Thema war Popart nach Hopper. Da ich sie jedoch wieder abgeben musste (Klausuren werden archiviert) habe ich sie noch einmal extra niedergeschrieben da sie mir persönlich recht gut gefällt. Diese Geschichte ist fiktiv und stammt von mir! Bitte nutzt sie nicht anderweitig oder veröffentlicht sie ohne mein Einverständnis auf anderen Seiten. Dankeschön.)



Jeden Tag sehe ich Menschen. Menschen die vor meinem Laden stehen aber ihn niemals betreten.
Sie warten. Auf wen sie warten ist ungewiss.
Durch das große Schaufenster auf dem das Wort "Storyline" zu erkennen ist - übrigens lautet auch so der Name des Ladens - sehe ich sie.
Bei Tag, bei Nacht, Mann und Frau, Klein und Groß.
Durch das milchig vergilbte, braun-gelbe Schaufenster, wodurch alles wirkt wie auf einem alten Foto.
Die junge Frau in ihrem schlichten und dennoch charmantem Kleid un den hochgesteckten Haaren wartet schon seit einer Ewigkeit. Ihr Blick wandert kontinuierlich nach links, dann nach rechts und wieder zu Boden.
Diese Straßen sind alles andere als belebt. Sie sind leer.
Und die Frau steht und wartet dort allein. Ich erkenne ihr Gesicht nicht, denn das alte Fenster gibt nicht mehr so viel von der Außenwelt her.
Sie steht ein wenig abseits als wolle sie nicht, dass man sie sieht.
Mir ist als wäre sie einsam aber vielleicht bin ich ja auch ich derjenige der einsam ist.
Alle warten sie. Sie warten und irgendwann hat ihr warten ein Ende. Ich aber, ich warte nicht.
Ich schaue nur aus meinem Schaufenster und sehe die einsamen Menschen.
Ihr ist sichtlich unwohl dabei allein zu warten. Sie wartet ja auch schon ewig. Aber ich werde mich nicht dazu stellen. Ich mache ihr noch Angst. Und überhaupt muss ich in meinem Laden bleiben.
Der Rahmen des Fensters ist auch schon wieder total staubig. Das einstige dunkle Braun ist bereits zu einem gräulichen  Ton verblichen.
Sie wartet noch immer, aber ich mag nicht mehr dabei zusehen.
Ich habe Mittagspause.
Ich mach mir einen Kaffee und wenn ich wieder zurück bin wartet vielleicht schon der nächste
einsame Mensch.

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